Menu
Menü
X

Heftige Explosion im Libanon

Evangelische Einrichtungen in Trümmern

Nach Explosion im Libanon: Die vom Explosionsort rund 6 Kilometer entfernte Near East School of Theology (NEST) ist hart getroffen

Nach Explosion im Libanon: Die vom Explosionsort rund 6 Kilometer entfernte Near East School of Theology (NEST) ist hart getroffen

Mindestens 100 Tote und 4000 Verletzte hat die Explosion von Beirut am gestrigen Nachmittag gefordert. Das ist die vorläufige Schätzung libanesischer Behörden. Die Sachschäden sind enorm. Auch die nahegelegene evangelische Kirche liegt in Trümmern. Dort liefen gerade die Vorbereitungen für eine Hochzeit.

Auf Videos ist eine riesige Druckwelle zu sehen - Autos fliegen durch die Luft, Fenster zerbersten, Häuser stürzen ein. Auf den Gehwegen und unter den Trümmern liegen Tote und Verletzte. Die Explosion im Hafengebiet von Beirut hatte ein für das Land ungesehenes Ausmaß.

Nicht gesichertes Ammoniumnitrat könnte Auslöser sein

Ursache für die Explosion waren offenbar große Mengen Ammoniumnitrat, die laut Ministerpräsident Diab seit Jahren ungesichert in einem Lagerhaus aufbewahrt wurden. Möglicherweise hatte ein Feuer die Bestände zur Explosion gebracht, berichten mehrere Medien.

Evangelische Kirche von Explosion hart getroffen

Fakt ist: Das Ausmaß der Zerstörung ist verheerend. Im Umkreis von 20 Kilometern ist fast nichts unbeschadet geblieben. Betroffen ist auch die vom Unglücksort nur knapp drei Kilometer entfernte National Evangelical Church of Beirut. Die schwere Holztür des Gebäudes wurde durch die Druckwelle gut zwei Meter in den Kirchenraum katapultiert. Alle Fenster sind zerstört, Kirchenbänke wurden durch herabfallende Teile zerschmettert.

Vorbereitungen für Hochzeit liefen gerade

"Ich habe die ganze Nacht mit der Gemeinde in Kontakt gestanden und es ist einfach nur erschreckend", sagt Uwe Gräbe. Er ist der Verbindungsreferent Nahost der Evangelischen Mission in Solidarität. Das einzige Glück sei, dass wohl niemand aus der Gemeinde verletzt wurde, obwohl in den Kirchenräumen zum Zeitpunkt der Explosion die Vorbereitungen für eine Hochzeit liefen.

Pfarrer beinahe von Rigipsplatte erschlagen

Besonderes Glück habe der Pfarrer der Gemeinde, Dr. Habib Badr, gehabt. "Ich habe mit ihm telefoniert und er sagte mir, dass er kurz vorher noch an seinem Schreibtisch im Gemeindehaus gesehen hatte", so Gräbe. Dann kam die Explosion und die Rigipsplatten des Gebäudes seien auf seinen Schreibtisch gekracht. Zu dem Zeitpunkt sei Badr aber glcüklicherweise gerade auf dem Weg zur Kirche gewesen. "Er hat unglaubliches Glück gehabt, sonst wäre er einfach zerquetscht worden", sagt Gräbe.

Auch Near East School of Theology ist betroffen

Der Schaden sei immens. Nicht nur in der Kirche, auch in der Near East School of Theology (NEST). Das Gebäude der Uni ist zwar nochmal rund vier Kilometer weiter vom Explosionsort entfernt. Doch auch hier zeigen Bilder zerstörte Fenster und eingedrückte Türen.

Libanon hat kaum Ressourcen für Aufräumarbeiten

Wie lange es dauert, die Schäden zu beseitigen ist noch unklar. "In der derzeitigen Situation ist das für den Libanon eine kaum zu bewältigende Aufgabe", sagt Gräbe. Schließlich befände sich Beirut in einer tiefen Dauerkrise. Eine hohe Arbeitslosigkeit, wirtschaftlich am Boden, die zweite Corona-Welle und Dauerspannungen mit Israel hätten das Land fest im Griff. "Bis hier Fensterscheiben und Gebäude repariert werden können, wird viel Zeit vergehen", vermutet Gräbe.


top