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Diakonie und Kirchengemeinde kooperieren in Frohnhausen

So viel sollte DRIN sein!

Die einen sind schon seit Generationen hier verwurzelt. Andere zogen wegen einer neuen Arbeitsstelle her. Andere kamen auf der Flucht hierher. Wie können sie gut miteinander leben? Die evangelisch Kirchengemeinde Frohnhausen und das Diakonische Werk Dillenburg-Herborn antworten darauf mit dem Projekt "So viel muss drin sein". Klicken Sie zum Weiterlesen. Und notieren Sie schon den 3./4. April 2020: Diakonie Deutschland und EKD laden ein zum Kongress "Wir und hier: Gemeinsam Lebensräume gestalten" in Hamburg.

Wir, die Kirchengemeinde Frohnhausen und das Diakonische Werk Dillenburg-Herborn sind in einer Region, welche sich im Wandel befindet. Dieser Wandel ist vor allem durch den Zuzug von Migranten und demographische Veränderungen geprägt. Vor diesem Hintergrund sehen Chancengleichheit, Armutsbekämpfung und die Sicherstellung sozialer und kultureller Teilhabe als ein wichtiges Aufgabengebiet unserer diakonischen Arbeit an. Seit nun mehr über drei Jahren kooperieren wir, die evangelische Kirchengemeinde Frohnhausen und das Diakonische Werk Dillenburg-Herborn im Familienzentrum in Frohnhausen. Das Evangelische Familienzentrum Frohnhausen ist eine Einrichtung, die sich an den Bedürfnissen einer ländlich orientierten Gemeinwesenarbeit ausrichtet und sich hierbei mit anderen religiösen Gemeinschaften, der Stadtverwaltung, Vereinen, der Wirtschaft, einzelnen Ehrenamtlichen und anderen sozialen Dienstleistern und Trägerschaften vernetzt hat. Durch die Verzahnung unserer Projektbausteine „Hilfe zur Selbsthilfe“ und „Cafe Wunderland“ wollen wir einen möglichst niedrigschwelligen Zugang für unsere Kreativwerkstatt und unseren Aktivpunkten herstellen. Sowohl zeitlich und örtlich, als auch konzeptionell bauen beide Projekt aufeinander auf und sind mit einander verbunden. Zudem werden über die Verbindung beider Projekte genderübergreifende, breit angelegt Zugänge zu beiden Angeboten sichergestellt.

 

Teilprojekt 1 Hilfe zur Selbsthilfe

Unser erster Baustein des gesamten Projektes folgt den sozialpädagogischen Ansätzen des Empowerments und Gemeinwesenarbeit zur Stärkung von Autonomie, Armutsbekämpfung und Selbstwirksamkeit.

Zielgruppe: Flüchtlinge, Migranten, an handwerklicher Tätigkeit Interessierte und sozial benachteiligte Familien aus der Region

Ziel: Aktivierung von Ressourcen bei gleichzeitiger Möglichkeit Hilfe zu erhalten und Inklusion

Organisatorische Umsetzung: Die organisatorische Umsetzung gliedert sich in zwei Projektbausteine, welche aber in direkter Verbindung miteinander stehen.

„Aktivwerkstatt“

Bei der „Aktivwerkstatt“ handelt es sich um ein Angebot, welches in regelmäßigen Abständen Kurse anbietet und Menschen dazu befähigen soll, sich selbst hand-werklich zu betätigen. Es soll aber auch die Möglichkeit geben, für kleinere Bauvor-haben eine Beratung und Unterstützung zu erhalten. Gerade Menschen in be-engten Wohnverhältnissen sollen die Möglichkeiten bekommen, diese optimaler zu nutzen. Schon beim Aufbau der „Aktivwerkstatt“ sollen die Menschen aus der Zielgruppe mit einbezogen werden, um Materialien und Werkzeuge nach deren Be-dürfnissen zugänglich zu machen und anzuschaffen. Mit dem Erstellen von Bauplänen für beengte Wohnverhältnisse, welche bei der Beratung entstehen, sollen allgemeinzugängliche Ideen entstehen, die man sich auf einer Homepage herunterla-den kann. Das Erstellen der Baupläne und die Ausstattung der Werkstatt stellen

einen nachhaltigen Aspekt dar, welcher auch nach dem Ende des Projektzeitraums weiter bestehen würde.

Werkzeugverleih und Aktivpunkte

Mit den dann vorhandenen Fördergeldern sollen Maschinen angeschafft werden, die von jedem geliehen werden können. Es besteht dabei sowohl die Möglichkeit

diese gegen einen Entgeltbetrag, als auch gegen Eintauschen von „Aktivpunkten“ zu leihen. Die „Aktivpunkte“ können durch ehrenamtliches Engagement innerhalb

der Angebotsstrukturen des Familienzentrums erworben werden. Betätigungsfelder könnten bereits bestehende, am Gemeinwesen orientierte Angebote, wie unsere Basare und Märkte oder die im Rahmen nur dieses Projektes entstehenden Flohmärkte sein. Auf den Flohmärkten können dann, neben eigenen Produkten, auch Produkte der Aktivwerkstatt verkauft werden. Gegen eine entsprechende Anzahl von Aktivpunkten können Maschinen ausgeliehen werden. Da die Maschinen von allen Menschen auch gegen Geldbeträge geliehen werden können, ist eine nachhaltige Beschaffung und Wartung von Maschinen und Werkzeugen auch nach dem Auslaufen der Projektförderung sichergestellt.

Notwendige Ressourcen: Fahrzeug zum Transport, Fahrdienst, entsprechende Räumlichkeiten und Werkzeuge, ehrenamtliche Mitarbeiter, hauptamtliche Mitarbeiter zur Kontaktherstellung, Organisation und Verwaltung, Versicherung

 

Teilprojekt 2 Cafe Wunderland

Unser zweiter Baustein des gesamten Projektes rückt die niederschwellige Beratung, Alltagsfragen und die soziale Teilhabe in den Mittelpunkt.

Zielgruppe: Flüchtlinge, Migranten, sozial benachteiligte Mütter und Mütter in Elternzeit mit Säuglingen aus dem Ort und der Region

Ziel: Neben der sozialen Integration und dem damit verbundenen Austausch geht es um das Erlernen von Alltagskompetenzen. Die Befähigung sich selbständig zu organisieren und sich aktiv zu vernetzen, gehört ebenfalls zur Zielsetzung.

Organisatorische Umsetzung: Dieses Café wird von zwei erfahrenen sozialpädagogischen Fachkräften geleitet, welche selber Mütter sind und aus dem Ort kommen. Diese würden zum einen niederschwellige Themen, wie günstige Ernährung oder Kompetenzerwerb, einbringen und gleichzeitig als Brücke zu unseren Beratungseinrichtungen fungieren. Die betroffenen Familien sollen an der Planung, Gestaltung und Organisation dieses Kreises direkt beteiligt werden, damit langfristig eine selbständige Durchführung sichergestellt werden kann. Dieses Treffen würde alle zwei Wochen im Familienzentrum stattfinden. Aufgrund der schlechten Infrastruktur des öffentlichen Transportnahverkehrs ist die Einrichtung eines Fahrdienstes unbedingt notwendig.

Notwendige Ressourcen: Fahrzeug zum Transport, Fahrdienst, Räumlichkeiten und entsprechende Infrastruktur, Bewirtung, Mitarbeiterinnen zur fachlichen Begleitung.

 

Ansprechpartner: Matthias Jung

www.ev-frohnhausen.de

 

Foto: Holger-Jörn Becker-von Wolff


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